Parken an der Castroper Straße: CDU gibt nicht auf

Es war ein Abend zum Luftablassen: Die CDU-Ratsfraktion hat sich am Mittwoch mit Anwohnern aus dem Umfeld der Castroper Straße getroffen, die allesamt von den anstehenden Parkplatzstreichungen betroffen sind. „Was hier geplant wird, ist boshaft und ignoriert den Bürger“, wetterte ein Anwohner, der seit Ewigkeiten an der Castroper Straße wohnt. Viele sahen es ähnlich. „Andere“, sagte ein Bürger zerknirscht, „haben schon aufgegeben.“

CDU-Ratsfrau Monika Czyz nahm die Ratskoalition von SPD und Grünen ins Visier: „Rot-Grün nutzt Parkplatzreduzierung als gezieltes Mittel, um den Autoverkehr zurückzudrängen. Man muss aber Mobilität für alle schaffen!“ CDU-Fraktionsvize Roland Mitschke erinnerte daran, dass die CDU im Stadtrat eine Radverkehrszählung für Bochums Hauptverkehrsstraßen auf den Weg bringen konnte. So soll festgestellt werden, wie hoch der Bedarf an Radwegen entlang der Radialen wirklich ist – und wie viel Ideologie in der rot-grünen Verkehrspolitik steckt. Das allerdings hilft den Betroffenen nicht weiter, die an der Castroper Straße und auch am Gersteinring nach den entsprechenden Umbauarbeiten auf eine drastisch verschlechterte Parksituation treffen werden. Der verkehrspolitische Sprecher der Union Dr. Stefan Jox rechnete vor, dass allein „anne Castroper“ 59 Parkplätze wegfallen werden. Rund siebzig inoffizielle, nur geduldete Parkplätze kommen hinzu.

Die CDU hat in den vergangenen Monaten Ideen vorgetragen, wie man Parkplätze retten könnte – stieß aber bei der rot-grünen Ratsmehrheit auf taube Ohren. „Tun Sie was fürs Anwohnerparken!“ – das war ein Appell aus der Bürgerschaft. Die CDU will nun beantragen, dass Betroffene während der Umgestaltung der Castroper Straße zumindest zu bezahlbaren Preisen den Kirmesplatz nutzen können. „Wir wissen allerdings auch“, so Stefan Jox, „dass mittelfristig auf dem Kirmesplatz Bochums neue multifunktionale Sporthalle gebaut werden soll. Das ist also keine Dauerlösung. Die Anwohner brauchen aber Planungssicherheit. Sollten wir die Wahl im September gewinnen, steht das Thema oben auf unserer To-do-Liste.“ Eine Bürgerin brachte es so auf den Punkt: „Es kann doch nicht sein, dass die Ideologie siegt!“